Kraftlos, zu langsam und ungewöhnliche Geräusche aus dem Antrieb. Wie verharztes Schmiermittel in zwei Getrieben eine Lok zum Problem macht – und wie Ultraschallreinigung Abhilfe schafft.
Bei dieser Lokomotive zeigte sich ein typisches Fehlerbild, welches man eigentlich hauptsächlich bei älteren Lokomotiven findet: Die Lok erreichte ihre gewohnte Höchstgeschwindigkeit nicht mehr, wirkte deutlich kraftlos und entwickelte während der Fahrt quietschende Geräusche aus dem Antriebsbereich.
Solche Symptome deuten häufig auf Probleme im Getriebe oder bei der Schmierung hin.
Nach vorsichtigem Öffnen und Zerlegen der Lokomotive und der Getriebe fanden sich zwei stark überfettete Getriebe, welche sehr schwergängig liefen. Das ursprünglich verwendete Schmiermittel war über die Jahre hinweg verharzt und hatte seine eigentliche Schmierwirkung weitgehend verloren.
Durch diese Verharzung entstand erheblicher mechanischer Widerstand. Zahnräder und Achsen liefen nur noch schwergängig, was den Leistungsverlust verursachte. Die deutliche Geräuschentwicklung konnte einer kleinen Feder zugeordnet werden, die der Übertragung des Massekontakts dient – sie war verrutscht und verursachte die quietschenden Geräusche.
Verharztes Schmiermittel ist unsichtbar – aber es bremst die Lok, als würde man ständig auf die Bremse treten. Die Lösung: vollständige Reinigung, nicht nur Ölen.
Ziel ist es, alle verharzten Fettreste rückstandslos zu entfernen und die ursprüngliche Leichtgängigkeit des Antriebs wiederherzustellen.
Für die Reparatur wurden die Drehgestelle vollständig demontiert. Anschließend erfolgte eine gründliche Reinigung sämtlicher Zahnräder, Achsen und Lagerstellen im Ultraschallbad mit Spezial-Reinigungsdestillat und unter zusätzlicher mechanischer Einwirkung.
Sehr wichtig ist die sorgfältige Trocknung mit Druckluft nach dem Reinigungsprozess, um sämtliches Reinigungsmittel mit Schmutzresten zu entfernen. Nach der Trocknung wurde das Getriebe wieder präzise montiert. Dabei erfolgt eine sparsame Schmierung mit hochwertigen, vollsynthetischen Schmierstoffen, um eine dauerhaft zuverlässige Funktion sicherzustellen.
Die Haftreifen und der Schleifer wurden in dem Zuge gleich ersetzt.
Vollständige Demontage der Drehgestelle und Getriebekomponenten.
Gründliche Reinigung aller Teile im Ultraschallbad mit Spezial-Destillat.
Sparsame Schmierung mit vollsynthetischen Hochleistungsschmierstoffen.
// Werkstatt: Zerlegte Drehgestelle der Märklin Nohab 204 vor der Ultraschallreinigung
Nach Abschluss der Arbeiten läuft die Lokomotive wieder deutlich leichtgängiger. Sie erreicht ihre ursprüngliche Höchstgeschwindigkeit und fährt nahezu geräuschlos über die Teststrecke. Das Fahrverhalten entspricht nun wieder dem Zustand eines gut neuwertigen Modells.
Zu viel oder verharztes Schmiermittel ist eine sehr häufige Ursache für Leistungsverlust, Geräuschentwicklung oder generell schlechtes Fahrverhalten bei Modelllokomotiven. Eine regelmäßige Wartung kann die Lebensdauer des Antriebs deutlich verlängern und Folgeschäden vermeiden.
Dennoch muss jede ältere Lok irgendwann einmal revisioniert werden. Durch den Fahrbetrieb entsteht unweigerlich Abrieb, der sich im Fett und an Lagerstellen sammelt. Nur durch eine gründliche, fachgerechte Revision lassen sich all diese Ablagerungen entfernen.
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Ich melde mich persönlich – meist innerhalb weniger Stunden.