Erst unruhig in Kurven, dann Ruckeln auf der Geraden, am Ende blockiert: Bei dieser Lok hatten sich die Treibräder auf ihren Achsen gelöst. So habe ich sie wieder fest auf die Achsen gebracht.
Diese Märklin BR 03 (03 1022, ein Insider-Modell mit der Artikelnummer 29845) kam mit einem der typischsten Probleme älterer Märklin-Loks zu mir. Der Verlauf ist fast immer derselbe: Zuerst fährt die Lok in Kurven nicht mehr sauber, dann ruckelt sie auch auf der Geraden, und schließlich blockiert sie ganz.
Wer dann weiterfährt, verbiegt das Treibgestänge. Genau das war bei dieser Lok passiert.
// Folgeschaden: verbogenes Treibgestänge der BR 03 (obere Stange)
Die Treibräder sitzen mit einer Pressverbindung auf ihren Achsen. Über die Jahre kriecht Fett ganz langsam in diese Verbindung und löst sie. Dann verdrehen sich die Räder gegeneinander, und das Treibgestänge blockiert.
Dafür zerlege ich das komplette Fahrgestell: Alle Räder kommen heraus, das Treibgestänge wird vollständig demontiert. Räder und Achsen entfette ich anschließend vollständig im Ultraschallbad.
Danach baue ich das Fahrgestell mit Rädern und Achsen wieder zusammen, diesmal mit einem speziellen Fügemittel in der Pressverbindung. Die Räder müssen dabei perfekt zueinander ausgerichtet aufgepresst werden. Schon eine Abweichung von 5° lässt die Lok unrund laufen. In der Radpresse stelle ich gleichzeitig das Radsatzinnenmaß auf exakt 14,2 mm ein. Die Norm NEM 340 verlangt mindestens 14,0 mm und lässt bis 14,35 mm zu. 14,2 mm haben sich bei mir seit Jahren bewährt.
Anschließend montiere ich das Treibgestänge wieder vollständig. Das Fügemittel braucht 24 Stunden in einem trockenen Raum, bis es ausgehärtet ist. Erst dann wird das Fahrgestell geschmiert.
Räder und Treibgestänge ausbauen, Räder und Achsen im Ultraschallbad vollständig entfetten.
Räder exakt ausgerichtet mit Fügemittel aufpressen, Radsatzinnenmaß 14,2 mm nach NEM 340.
Treibgestänge montieren, 24 Stunden aushärten lassen, dann das Fahrgestell schmieren.
// Links: Rahmen mit ausgebauten Treibrädern · rechts: Einstellen des Radsatzinnenmaßes in der Radpresse
Die Räder sitzen wieder fest auf den Achsen, das Treibgestänge ist korrekt montiert. Die Lok ist bereit für die nächsten Jahre.
Versuchen Sie, die Treibräder Ihrer Lok mit den Fingern gegeneinander zu verdrehen. Nicht mit viel Kraft, sie sollten einfach fest sitzen. Lassen sie sich verdrehen, ist es ein Fall für die Werkstatt.
Blockiert die Lok bereits, fahren Sie bitte nicht weiter. Sonst verbiegt sich das Treibgestänge wie bei dieser BR 03.
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