Das Konzept
Ein Kraftwagen ist ein speziell umgerüsteter Modellbahnwagen, der eine entscheidende Zusatzfunktion übernimmt: Er stellt eine zuverlässige Stromversorgung der Lokomotive sicher – insbesondere in kurzen Momenten, in denen der Kontakt zum Gleis unterbrochen wird.
Dazu wird ein Wagen – mithilfe individuell gefertigter Halterungen – mit einem Mittelschleifer und einem Masseschleifer ausgestattet. Die Stromabnahme erfolgt über beide Schienenkontakte und wird über eine 2-polige Kupplung direkt an die Lok weitergeleitet.
In den meisten Fällen kann durch den Einsatz eines Kraftwagens auf die Nachrüstung der Lok mit einem Powerpack verzichtet werden. Zu beachten ist jedoch: Bei sehr kleinen oder leichten Lokomotiven (z. B. einer Köf) kann der zusätzliche Rollwiderstand eines mitlaufenden Kraftwagens die Zugkraft auf Steigungen beeinträchtigen. In solchen Fällen empfiehlt sich stattdessen der Einbau eines Powerpacks.
Galerie
Kontaktschwierigkeiten im Fahrbetrieb mittels Kraftwagen überwinden
Autor: Thies Frahm (Niebüll in Schleswig-Holstein)
Vorwort
An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei meinem geschätzten Kunden und Autor des folgenden Artikels bedanken. Er hat mich nicht nur auf das clevere Konzept des Kraftwagens aufmerksam gemacht, sondern auch einen äußerst hilfreichen Beitrag für Sie dazu verfasst. Vielen Dank außerdem für die Erlaubnis, seine Idee hier vorstellen und weiterempfehlen zu dürfen.
Artikel
Wir Modellbahner kennen das Problem, dass Züge immer mal wieder auf unserer Modellbahn ruckeln oder stehenbleiben, von flackernde Zugbeleuchtungen ganz zu schweigen.
Das Problem wird schlimmer, wenn man im Dreileitersystem Rückmeldekontakte einbauen muss um eine Modellbahnsteuerungssoftware, z.B. Win-Digipet einsetzen zu können. Denn hier fällt eine Masse-Schiene aus und auch der Einsatz des Dioden Tricks mildert es nur.
Intensive Betriebssituationen bestrafen den Modellbahner, wenn die Hardware, seine Loks, mit Kontaktschwierigkeiten konfrontiert werden: das Fahren macht bald keinen Spaß mehr, wenn Loks häufiger mal stehenbleiben.
In der Literatur wird immer wieder die mangelnde Massekontaktierung als alleiniges Übel des Ruckelns oder sogar Stehenbleibens von Loks herausgestellt. Es wird behauptet, dass der Schleifer an mindestens einem der Punktkontakte „ja immer Kontakt hätte“.
Dieses ist so nicht richtig, denn Mittelleiter oxidieren, wenn sie nicht ständig überfahren, d.h. „geschliffen“ werden! Es gibt Gleiskonstellationen in Steigungen, Kurven, Übergängen und Weichenstraßen, wo der Schleifer schon bei teilweiser Verschmutzung keinen Kontakt mehr hat, manchmal ist sogar das Loch im Schleifer zum Durchführen eines Schraubendrehers schuld!
Das liegt daran, dass wir Modellbahner mit dem elektrischen Rad-Schiene-Konzept einen immanenten Schwachpunkt auf der Anlage haben. Wir erwarten ja nichts weiter von drehenden Metallteilen auf einem Staub und Oxidation ausgesetzten Untergrund als die permanent unterbrechungsfreie, betriebssichere Übertragung von Digitalinformationen!
Dagegen werden Pufferkondensatoren, bei ESU Powerpacks, als Allheilmittel angepriesen.
Sie wirken aber nicht immer und jetzt kommt das Konzept eines sog. „Kraftwagens“ zum Tragen.
Die Bundesbahn setzt „Kraftwagen“ ein, um z.B. hinter einen schwachbrüstigen Schienenbus noch Kurswagen eines regulären ICs anzuhängen. Das muss die DB tun, weil die elektrische Leistung des Schienenbusses nicht ausreicht, zusätzlich die IC-Wagen zu heizen, mit Lichtstrom zu versorgen und abzubremsen.
Diesen Begriff „Kraftwagen“ übernehmen wir für unsere Modellbahn, wenngleich auch mit etwas anderen Rahmenbedingungen: wir hängen hinter jede Lok einen Wagen mit einem eigenen Schleifer unter einem Drehgestell und einem weiteren Masseblech unter dem zweiten Drehgestell. Das geht mit 4-achsigen Güterwaggons und großen Personenwagen, hilfsweise in anderer Modifikation auch mit 2-Achsern.
Diese Stromaufnahme führen wir entweder mit einem 2-poligen Kabel mit Microsteckern und Buchsen zum Trennen zur direkt vorausfahrenden Lok, optisch besser sind gleich 2-polige stromführende Kupplungen, z.B. Viessmann Artikelnummer 5048.
Diese stromführende Kupplung bekommt der „Kraftwagen“ vorne und die Lok hinten. Sie dient ausschließlich als zweite, zusätzliche Stromversorgung des Decoders. Will man vom Lokdecoder die Wagenbeleuchtungen schalten, bräuchte man eine 4-polige Kupplung. Diejenige aus dem Viessmann-Programm ist aber zumindest für das Märklin K-Gleis ungeeignet, weil sie zu tief hängt und sich an Weichen verhakt! Je nach Gleissystem muss man am Anfang mal ausprobieren, was passt!
Bei der Ausrüstung des „Kraftwagens“ sollte man den Schleifer abweichend von der Position in der Lok am hinteren Drehgestell anbauen (und das Masseblech am vorderen Drehgestell), um so den Abstand der Schleifer zwischen Lok und Kraftwagen zu maximieren.
Kleiner Wermutstropfen: zumindest mit der Viessmann 5048 Kupplung lassen sich Trennungen nicht mehr sicher automatisch über Entkupplungsgleise durchführen, aber immerhin noch manuell.
JK-Lokservice rüstet „Kraftwagen“ aus!
Über den 3D-Druck werden kostengünstig die notwendigen Zusatzteile für die Drehgestelle hergestellt. Wenn man Wagen mit bestimmten Drehgestellen auswählt, reduziert das die Umbaukosten, weil die CAD-Daten bei JK-Lokservice schon vorhanden und im Einsatz erprobt sind. Die Herstellung von Unterkonstruktionen für „exotische“ Drehgestelle ist jederzeit möglich, kostet etwas mehr, da sie individuell anzufertigen sind.
So ausgerüstete Zugverbände erfahren dieses Upgrade als „Wunderheilung“. Denn das beide Schleifer oder beide Massefedern von Lok und Kraftwagen gleichzeitig keinen Kontakt haben und der Zug nicht weiterfahren kann, dürfte sehr selten vorkommen.
Probieren Sie es aus! Sie werden begeistert sein.
T. Frahm
Video
Das Konzept des Kraftwagens gibt es übrigens nicht nur auf unserer Modellbahn.
Wie im Video zu sehen, nutzt auch die NEG zur Unterstützung der beiden Triebwagen einen zusätzlichen Kraftwagen.
Preise
Grundsätzlich lässt sich nahezu jeder Wagen zu einem Kraftwagen umbauen.
Bei bestimmten Modellen ist der Umbau dank bereits standardisierter 3D-Druck-Komponenten verhältnismäßig unkompliziert, was den Arbeitsaufwand und Preis deutlich reduziert.
Eine stets aktuelle Übersicht aller standardisierten Wagen können Sie hier herunterladen.
Alle Preise inkl. Materialien, aber exkl. Wagen - dieser kann bei mir erworben oder angeliefert werden.
Einzelstück
Umbau Ihres individuellen Wagens zu einem Kraftwagen.
- Konstruktion und Fertigung passender Schleifer-Halter
- Fachgerechter Einbau aller Komponenten
- Elektrische Prüfung und Testlauf
85 €
Standardisiert
Umbau eines standardisierten Wagens zum Kraftwagen.
- Fachgerechter Einbau aller standardisierter Komponenten
- Elektrische Prüfung und Testlauf
65 €
Umrüstset
Alles drin für Ihr Upgrade: Das vollständige Umrüstset enthält sämtliche Komponenten zur eigenständigen Umrüstung Ihres Wagens.
Eine Einbauanleitung liegt selbstverständlich bei, modellbedingt wird dennoch etwas technisches Geschick vorausgesetzt.
32 €
Ablauf
Aufgrund der geringen Stückzahlen ist derzeit kein Online-Shop verfügbar.
Aktuelle Wagen von Märklin, Roco und Piko mit Umbau können Sie gerne per Formular oder E-Mail direkt bei mir bestellen.
01
Anfrage📱
Kontaktieren Sie mich unkompliziert per WhatsApp, E-Mail oder über das Kontaktformular.
Für individuelle Umbauten senden Sie mir am besten eine Anfrage per E-Mail oder WhatsApp mit einem Foto der Wagenunterseite.
02
Prüfung 💬
Vorab prüfe ich die Machbarkeit oder berate Sie gerne bei der Auswahl von Loks und Wagen.
Anschließend erhalten Sie ein vorausgefülltes Auftragsformular per E-Mail.
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Einsenden 📦
Sie senden Ihre Wagen und eine Lok Ihrer Wahl mit dem Auftrag zu oder bringen sie nach vorheriger Absprache persönlich vorbei.
04
Ausführung 🔧
Ich führe den Umbau ordentlich und fachgerecht durch. Anschließend erhalten Sie Ihren Wagen bequem per Post zurück.
Kontakt
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